Bassermann-Jordan – Riesling Pechstein GG 2023
Beschreibung
Es gibt Weinlagen, deren Charakter man erklären muss. Und es gibt den Forster Pechstein. Schon sein Name erzählt, was diesen Weinberg so außergewöhnlich macht: schwarzes, pechfarbenes Basaltgestein vulkanischen Ursprungs, das hier in besonderer Konzentration im Boden liegt. Der Pechstein umfasst insgesamt 15,3 Hektar, davon bewirtschaftet das Weingut Bassermann-Jordan lediglich 0,75 Hektar. Aus dieser kleinen Parzelle entsteht eines der charakterstärksten Großen Gewächse des Hauses.
Der Basalt ist dabei weit mehr als eine geologische Randnotiz. Er prägt die Identität des Pechsteins und unterscheidet ihn deutlich von den benachbarten großen Forster Lagen. Wo Riesling andernorts zunächst über Frucht spricht, geht es im Pechstein vor allem um Stein, Rauch, Würze und eine fast kompromisslose Mineralität. Gerade der Jahrgang bringt diese Eigenart bemerkenswert pur ins Glas.
Die Trauben wurden in mehreren Durchgängen selektiv gelesen, die einzelnen Partien getrennt gepresst und ausgebaut. Ein Teil vergor spontan im traditionellen Holzfass, ein anderer im Edelstahltank. Nach der Gärung blieb der Riesling bis zur Füllung im Juli 2026 auf der Hefe. Diese Kombination lässt dem Wein genügend Raum für Entwicklung und Textur, ohne seine Präzision oder die unmittelbare Übersetzung der Lage zu verlieren.
Schon die Nase ist ungewöhnlich und ausgesprochen Pechstein. Frucht spielt zunächst nur eine Nebenrolle. Stattdessen dominieren dunkler Stein, Feuerstein und eine markante Rauchigkeit, die tatsächlich an frisch gezündetes Schießpulver erinnert. Dahinter zeigen sich mit Luft etwas Zitruszeste und eine kühle, herbe Rieslingfrucht, doch nichts wirkt laut oder vordergründig. Das Bukett bleibt puristisch, dunkel und steinig – fast so, als hätte man versucht, den vulkanischen Boden selbst ins Glas zu übersetzen.
Am Gaumen wird diese Idee noch deutlicher. Der Pechstein ist straff, fokussiert und enorm salzig, mit einer geradlinigen Säurestruktur und bemerkenswertem Zug. Die Frucht bleibt bewusst zurückgenommen und überlässt Herkunft und Struktur die Bühne. Besonders spannend ist eine dunkle, würzige Komponente, die an Salzlakritz erinnert und zusammen mit der rauchigen Mineralität eine fast herbe Spannung erzeugt. Dabei besitzt der Wein genügend Substanz, um nicht karg zu wirken; vielmehr entsteht eine enorme innere Dichte, die weniger aus Fruchtreife als aus Struktur und mineralischem Druck kommt.
Genau darin liegt die Größe dieses Rieslings. Er versucht nicht, mit exotischer Frucht oder unmittelbarer Opulenz zu beeindrucken. Der Pechstein will Pechstein sein. Basalt, Rauch, Salz und kühle Präzision bestimmen seinen Charakter. Im langen Nachhall verdichten sich die rauchigen und steinigen Noten noch einmal, begleitet von Zitruszeste, feiner Kräuterwürze und jener eigenwilligen Salzlakritz-Note, die diesem Jahrgang eine zusätzliche Dimension gibt.
Das ist ein Großes Gewächs, das bereits heute durch seine Konsequenz beeindruckt, aber eindeutig auf Entwicklung angelegt ist. Mit Flaschenreife dürfte die momentan fast asketisch wirkende Mineralität zunehmend mit der Frucht verschmelzen und an Komplexität gewinnen. Wer Riesling vor allem wegen seiner Herkunft liebt und nicht wegen vordergründiger Frucht, findet hier einen der kompromisslosesten Vertreter der Mittelhaardt.
Zu Austern und Krustentieren ist diese ausgeprägte Salzigkeit geradezu prädestiniert. Ebenso spannend ist der Pechstein zu gegrilltem Steinbutt oder anderem kräftigen Fisch sowie zu Gerichten mit Rauch- und Röstaromen, die seine dunkle, basaltische Würze aufnehmen.
- Alkohol: 12,5 % vol
- Inhalt 0,75l
- enthält Sulfite
- Lebensmittelunternehmer: Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan GmbH, Kirchgasse 10, 67146 Deidesheim.
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